Biendorf

Geschichte

Geschichte von Biendorf

Schon die alten Jungsteinzeitler wussten wohl die angenehm weich modulierte Endmoränenlandschaft der Gemeinde Biendorf zu schätzen. Zahlreiche Funde von Feuersteinwerkzeugen und Geräten zu deren Herstellung in den einzelnen Ortsteilen weisen auf eine reichhaltige Produktion und Besiedelung hin. Für alle sichtbar stehen als Zeugen noch die Großsteingräber im Umland der Gemeinde.

Später siedelte der Volksstamm der Wenden in der Gemeinde Biendorf, doch hießen diese alten wendischen Dörfer damals noch Nistiz bzw. Curivitz. Dies sind die ersten überlieferten Ortsbezeichnungen für das Gemeindegebiet, bevor es 1249 als Bigendorp bzw. Byendorp urkundlich erstmals erwähnt wird.

Byendorp war ein typisches Mecklenburger Teichdorf, mit dem großen Dorfteich in der Mitte und den Häusern, die sich wie eine Perlenkette um den Teich lagerten. Ursprünglich gehörte das Dorf zu einem Rittergut. Dieses Rittergut wurde aber von einem seiner Besitzer dem Papst bzw. der Kirche übereignet, die das Rittergut auflöste und in einzelne Bauernstellen aufteilte.

Das Gemeindegebiet, das sich bis dato auf 13 Gemeindeteile erweitert hat, ist historisch durch die sieben Rittergüter Büttelkow, Gersdorf, Jörnstorf, Körchow, Lehnenhof, Parchow, Westenbrügge und die Bauernstellen landwirtschaftlich geprägt. Dies bedeutete für den damaligen Besitzstand, soweit er nicht üppig über seine Verhältnisse lebte, wie es sich bisweilen aus alten Urkunden ergibt, einen gesicherten und hohen Lebensstandard. Zeugnis davon geben heute noch die alten Guts- und Herrenhäuser im Gemeindegebiet, welche zum Teil von Liebhabern renoviert, wieder in altem Glanz erstrahlen. Diese einstmals reichen Rittergüter wurden vor dem ersten Weltkrieg durch billige Getreideimporte wirtschaftlich in die Knie gezwungen und haben sich bis zu ihrer Auflösung durch die Bodenreform nie mehr recht erholt.

Durch die Bodenreform 1945 wurden große Teile des Gemeindelands an die Bevölkerung verteilt. In der Regel waren die verteilten Grundstücke für eine Bauernstelle zu klein, so dass sich teilweise die Notwendigkeit ergab, die Wirtschaftsflächen zusammenzulegen und sich zu landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften zusammen zu schließen. Die Hauptfläche dieser LPGs waren lange Zeit auch identisch mit der Ausdehnung der Gemeinde Biendorf, bis sich die Gemeinde 1996/97 um die Ortsteile Jörnsdorf, Lehnenhof Sandhagen und Berghausen erweiterte und im Jahre 2004 die Orte Parchow, Uhlenbrook und Westenbrügge zum Gemeindegebiet beitraten.